oCCon 2018 – wo führt das hin?

Im letzten Herbst war ich erstmals Gast auf der „ownCloud-Konferenz“ (siehe meine Beiträge zu Tag 1, Tag 2 und Tag 3) – und auch dieses Jahr wollte ich die Gelegenheit nutzen, mir einen Eindruck aus erster Hand zu verschaffen.

Was bleibt nun am zweiten der insgesamt vorgesehenen vier Tage hängen?

Ich werde mir – anders als im Vorjahr – wohl weniger anhören und ansehen. Schon am ersten Tag schien mir die Teilnehmerzahl gegenüber 2017 deutlich geringer zu sein, und heute war es, obwohl Fefe die Eröffnungsrede hielt, nicht besser.

Die Qualität der Beiträge schwankt wieder stark, der Zeitplan wird nicht allzu streng beachtet, und die Übertragung des Videostreams im Internet erlaubt es, nicht für alle Vorträge im Hauptsaal auch anwesend sein zu müssen – ich kann mir einzelne Vorträge auch zuhause per iPad anschauen…

Leider sind viele Themen doch recht spezielle Werbebotschaften an die zahlende Kundschaft und haben mit dem ursprünglichen Thema „share and sync“ nicht mehr viel zu tun. Offensichtlich will man erreichen, dass die zahlenden Großkunden ihre Mitarbeiter künftig nur noch per Browser innerhalb der ownCloud-Welt arbeiten lassen (bitte nicht falsch verstehen, das ist bei NextCloud mindestens genauso ausgeprägt!).

Gibt es denn keine Verbesserungen mehr bei share and sync?

Regelmäßige Updates und Funktionserweiterungen bis hin zum Wetterbericht sind ja schön und gut, aber man geht anscheinend echt davon aus, dass die Kunden das auch mitmachen, da sie sonst nach zwei oder drei Jahren mit einem aus der Wartung gefallenen System und entsprechenden Problemen bei versehentlichen Update eines Clients im Regen stehen (ganz aktuell: der brandneue Client 2.5.0 unterstützt den Server 8.2.x ab sofort nicht mehr, was aber vor dem Update des Clients nicht geprüft oder gemeldet wird und so eine ganz böse Falle darstellt).

Eine „set-and-forget“-Installation spielt im Weltbild der Anbieter keine Rolle – dabei ist sowas gerade bei kleineren produktiv genutzten Installationen mit begrenztem Funktionsumfang eher die Regel als die Ausnahme.

Wenn ich ein Office benötige, ist mir die lokale und voll leistungsfähige Version immer noch lieber als ein Kastrat im Browser. Abgesehen davon, dass ich meine Dokumente üblicherweise gerne exklusiv alleine bearbeite und nicht möchte, dass jemand parallel darin herumändert. Aber vielleicht bin ich ja gar nicht die Zielgruppe…

Jedenfalls sehe ich aktuell wenig Sinn darin, im kommenden Jahr wieder an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen.

Sorry, Leute. Ich verstehe ja, dass Ihr ein „Hallo, wir leben auch noch!“-Signal setzen wollt, aber mir fehlt da eine nachvollziehbare Perspektive.

Das macht Nextcloud möglicherweise etwas geschickter: die haben nicht nur massig Features in ihrer Software, sondern künftig wohl auch Vereinbarungen, die eine Vorinstallation auf SoHo-Routern ermöglichen, was den Bekanntheitsgrad und Kundenkreis möglicherweise stark vergrößern wird.

Außerdem gibt es bei denen schon einiges an Angeboten für vorkonfigurierte Hardware zum Betrieb beim Kunden.

Bin echt gespannt, wie die mit ihren Updatezyklen umgehen werden – aktuell kommen die sogar öfter mit neuen Versionen raus als ownCloud.

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