Oh. Applaus aus der falschen Ecke – oder doch was dran?

Noch vor ein paar Tagen hatte ich eine bekanntgewordene Umfrage unter Mitarbeitern des ÖRR mit einer Feststellung kommentiert:

Früher war Journalismus mal „sagen, was ist“. Heute geht es wohl eher um „Haltung“ und „sagen, was sein sollte“. Die früher übliche Trennung zwischen (möglichst objektivem) Bericht und (gerne persönlichem) Kommentar gibt es fast nirgends mehr.

Tja.

Auf „Tichys Einblick“ – einem nicht ganz zu Unrecht umstrittenen Online-Magazin des Herausgebers Roland Tichy, das immer wieder als „rechtspopulistisch“ bezeichnet wird, finde ich dann heute einen relativ langen und meines Erachtens mindestens stellenweise zu polemischen, aber nichtsdestotrotz mit einem wahren Kern versehenen Beitrag von Klaus-Jürgen Gadamer (Link zur Quelle).

Ihr dürft (und solltet) Euch den langen Text gerne auf der verlinkten Seite selbst durchlesen, aber einige Zitate möchte ich hier doch vorstellen und kommentieren:

Heute ersetzt die Mediokratie allmählich die Demokratie. Die Herrschaft des Demos – des Volkes – wird von der Herrschaft der Medien abgelöst, die das Volk ununterbrochen darüber belehren, was gut und was böse sei und was es zu tun und zu lassen habe. In der Mediokratie bestimmt jene Klasse, die Medien, Politik und Verwaltung beherrscht, die Sprache und damit auch das Denken. Und sie bestimmt damit letztlich auch, was im öffentlichen Leben und in der Politik getan wird.
Diese Mediokratie wird dann zum autoritären System, wenn die Medien einheitliche Meinungen vorgeben und davon abweichende Denkweisen diffamieren und abgewerten. Herrschendes Werkzeug dafür ist zum Beispiel die Cancel Culture. Abweichende „rechte“ Autoren verlieren ihre Verlage (Sarrazin, Maron), Vorträge werden niedergebrüllt oder am einfachsten: Autoren werden erst gar nicht eingeladen. Wenn die Großen gehängt werden, dann weiß der Kleine, was ihm bei Widerspruch blüht, und in der Regel kuscht er dann. Zu diesem Zweck wurde schon im Mittelalter der Räuberhauptmann öffentlich auf dem Marktplatz aufgehängt.

Hmm. So hatte ich das noch selten dargestellt gefunden, aber gerade das Beispiel des gehängten Räuberhauptmannes ist ja weltweit seit Jahrhunderten bekannt … sogar im Chinesischen gibt es ein Sprichwort, sinngemäß: „Schlachte ein Huhn, um die Affen zu erschrecken“.

Die nachfolgend im Text gezogenen Verbindungen zu „Querdenkern“ kann und will ich nicht bewerten, die im nachfolgenden Absatz vorgenommene Abqualifizierung von Trump-Anhängern aber schon:

Die Respektlosigkeit, die die politisch korrekte Klasse so oft beklagt, offenbart sie selbst allzu oft in Artikeln über Trump. Diese Negativbewertung von Trump geht automatisch auch auf seine Wähler über.  […]
Hillary Clinton brachte die Haltung des herrschenden Establishments auf den Punkt, als sie von den ‚deplorables‘, also den „Erbärmlichen“ sprach. Unfähig, so der Subtext, um die Weisheit der politisch korrekten Ökoeliten zu erkennen. […]
So hat sich mit den Jahren eine Kluft zwischen Akademikern und einfachen Leuten aufgetan, nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell. Dieser Kulturkampf oben gegen unten, der in moralischen Geboten und Verboten mündet, stößt inzwischen aber auch viele gut Verdienende ab. So ist es keineswegs so, dass nur der kleine Mann Trump wählt. Inzwischen tut das auch ein Gutteil der Gebildeten und Besserverdiener.
Es war diese Überheblichkeit des Establishments und die daraus folgende Verbitterung des kleinen Mannes, die Trump an die Macht gebracht haben.

Ja, das war schon lange auffällig … und ich halte es nicht für noch lange nicht ausgemacht, dass ein US-Präsident Joe Biden (oder seine „Ersatzspielerin“ Kamala Harris) zukünftig eine Politik machen werden, die sich mehr an den Interessen der deutschen (Medien-)Meinung orientiert. Das böse Erwachen kommt da sicher noch …

Unter der Subline „Asiaten reagieren anders“ findet sich anschließend eine Schilderung, die ich durch meine Kontakte zum asiatischen Familien- und Freundeskreis durchaus bestätigen kann:

In Hanoi brach in der Wahlnacht in den Kneipen und Cafés jedes Mal, wenn verkündet wurde, dass Trump einen Staat gewonnen hat, Jubel aus. In den anderen südostasiatischen Ländern ist die Stimmung nicht anders. Warum?
Überall in Südostasien herrscht eine tiefe Antipathie gegen China. In allen Staaten herrscht die Angst, von China wirtschaftlich und dann auch politisch kontrolliert zu werden. Und Trump ist der erste US-Präsident, der eine aggressive Antichinapolitik fährt. Meines Feindes Feind ist mein Freund, so denken viele Südost-Asiaten. 
Mit der im Westen gepushten pseudolinken Identitätsideologie mit ihrer Opferanspruchsmentalität können Asiaten nichts anfangen. Ja der westliche Schuld- und Opferkult ist ihnen unangenehm und zeugt aus ihrer Sicht von asozialem Denken. Die Vorstellung von (auch historischer) Schuld passt nicht in das karmaorientierte Denken Asiens. Im Gegenteil. Für Asiaten ist es ein absolutes No-Go, negativ über ihre Ahnen zu sprechen. Ahnen werden verehrt, leben sie doch in den jetzigen Menschen weiter. Wer seine Ahnen verurteilt, hasst sich damit selbst. Genau dieser Selbsthass schimmert in den westlichen „Eliten“ immer durch.

Tja. Treffer? Könnte sein.

Manchmal sollte man auf andere Meinungen achten, auch wenn man sie nicht teilen mag.

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