Gadgetalarm: SoundPEATS – was ein blöder Name!

Es ist mal wieder soweit … ich habe ein Rezensionsmuster zum Test zur Verfügung gestellt bekommen und werde um eine Einschätzung gebeten – das mache ich immer wieder gerne, weil es mir eine schöne Gelegenheit gibt, auch meinen persönlichen Erfahrungsschatz zu erweitern.

Heute teste ich für Euch also „SoundPEATS Sonic Wireless Ohrhörer“, die via Amazon innerhalb von drei Tagen geliefert wurden.

Diese Teile konkurrieren mit etlichen ähnlichen Produkten – die teuersten Mitbewerber sind sicherlich Apples AirPods pro, aber im Budget unterhalb von 60 EUR finden sich vornehmlich Produkte chinesischer Hersteller mit den unterschiedlichsten Markennamen.

Die Verpackung ist – so machen das die allermeisten Anbieter, schon aus Gründen der Versandkosten – relativ klein (94 x 104 x 42 mm) und leicht (knappe 110 g), wirkt aber dennoch nicht billig.

Im Innern finden sich:

  • mehrere Papierkärtchen sowie eine knappe mehrsprachige Bedienungsanleitung
  • ein kleiner Karton mit einem sehr kurzen (20 cm) USB2-auf-USB-C-Ladekabel sowie Silikonstopfen in verschiedenen Größen
  • ein Ladecase mit den eigentlichen Ohrstöpseln

Vor der Inbetriebnahme müssen die Ohrstöpsel von einem nur schlecht erkennbaren blauen „Isolationsaufkleber“ befreit werden.

Die Machart des Case sowie der Ohrstöpsel wirkt hochwertig. Die Ohrstöpsel wiegen im betriebsfertigen Zustand (als Paar) 11,7 g und sind damit sogar etwas leichter als typische In-Ears mit „Stäbchenform“ (als Vergleich herangezogen: die von mir auch schon getesteten „The VibesLab NuFlo“, diese wiegen 12,4 g)

Sitz im Gehörgang: Womit wir schon bei einem Charakteristikum angekommen sind – im Gegensatz zu Ohrstöpseln in „Stäbchenform“ empfinde ich das Design der „SoundPEATS“ als etwas gewöhnungsbedürftiger, weil sich der akkurate Sitz im Ohr nicht wie gewohnt anhand der Ausrichtung des „Stäbchens“ überprüfen lässt. Letztenendes ist das aber Geschmacks- und vor allem Gewohnheitssache. Für sportliche Betätigung halte ich nach wie vor In-Ears nach dem Muster der Apple BeatsFlex für sinnvoller, weil diese durch das Nackenband nicht so leicht verloren gehen können.

(4 von 5 Punkten)

Koppeln: das Koppeln erfolgt vollkommen problemlos, getestet unter iOS sowie macOS Big Sur – es kann aber immer nur ein einziges Gerät verbunden werden, und ein „HandOff“ ist nicht vorgesehen.

Der Ladestatus wird am iPad wie gewohnt mit angezeigt (das iPhone kann das aufgrund der geringeren Displaygröße nicht).

(4 von 5 Punkten)

Klang: Einmal platziert und gekoppelt, steht einem Hörtest nichts im Wege. Im direkten Vergleich zu den bereits erwähnten „NuFlo“ fällt bei Musik der wesentlich höhenbetontere Klang auf, bei immer noch gut reproduzierten Bässen. Das Klangbild ist tatsächlich klarer, was für die „SoundPEATS“ spricht.

Der per dreifachem Tastendruck anwählbare „Game Mode“ ändert an der Klangwiedergabe nicht viel; eine deutliche Latenzänderung konnte ich nicht feststellen (bin aber auch kein Gamer).

Leider verfügen die „SoundPEATS“ über KEINE aktive Geräuschunterdrückung, die heutzutage aber ein Killerfeature darstellt – daher ein halber Punkt Abzug. Dafür dichten sie im Ohr aber so gut ab, dass man die Außenwelt weitestgehend ausblendet.

(4,5 von 5 Punkten)

Telefonie: hier ist die Verständlichkeit und Wiedergabequalität sehr gut.

(5 von 5 Punkten)

Handhabung: jetzt wird’s kompliziert. Wo Wettbewerbsprodukte eher zuwenig Bedienmöglichkeiten anbieten (die „NuFlo“ beispielsweise ermöglichen keine Lautstärkeregelung direkt am Headset, sondern erfordern immer den Griff ans Wiedergabegerät), bieten die „SoundPEATS“ deren fast zu viele, was anfangs zu Verwirrung führt. Dass man die Lautstärke jeweils durch Doppelklick rechts in Einzelstufen erhöhen (und durch Doppelklick links entsprechend verringern) kann, ist zwar nicht intuitiv, aber erlernbar. Fast alle anderen Produkte im Wettbewerb reagieren hier anders: da bedeutet „Doppelklick“ üblicherweise „nächster Titel“. Es empfiehlt sich also, die Bedienungsanleitung einmal gründlich zu studieren und die Optionen durchzutesten. Anders formuliert: die „SoundPEATS“ erfordern vom Benutzer etwas Übung – hierfür einen halben Punkt Abzug.

(4,5 von 5 Punkten)

Verhalten im Betrieb: mein Urteil fällt hier durchwachsen aus. Die Reichweite ist sehr gut – 10 m innerhalb eines Gebäudes, quer durch zwei Räume und ins nächste Stockwerk: ohne Aussetzer, sehr gut. Andererseits stelle ich immer wieder sporadische kurze Aussetzer vorzugsweise des linken Kanals fest, die vom Wiedergabegerät unabhängig sind. Sowas kann den Musikgenuss ziemlich stören und führt zu Punktabzug.

(4 von 5 Punkten)

Fazit: die „SoundPEATS“ bieten erstaunliche Leistung für wenig Geld – gerade in dieser Preisklasse ist der Fortschritt ungeheuer. Die wenigen Schwachpunkte sind nicht gravierend; einzig das Fehlen einer aktiven Geräuschunterdrückung könnte ein Argument gegen den Kauf sein – aber das ist in dieser Preisklasse auch kein selbstverständliches Feature.

26 von 30 Punkten in den Einzelwertungen … entspricht 4,3 von 5 Punkten insgesamt!

Aus meiner Sicht angesichts des Preises eine Kaufempfehlung. Nur den Namen, den finde ich echt – äääh – verbesserungswürdig.

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