Leider ist letzthin ein schöner Rechner aus unserem Bestand ausgefallen – ein iMac 27″ aus dem Jahr 2011, der sich nicht mehr einschalten lässt.
Eine kurze Recherche zeigt, dass dieses Modell bei Apple mittlerweile als „obsolete“ klassifiziert ist, was bedeutet, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist (weil Apple keine Ersatzteile mehr anbietet).
Schade – das Gerät hatte einen tollen Bildschirm und war als DVD-Abspielstation immer noch sehr gut brauchbar.
Was nun tun?
Ein Verkauf als „gebraucht und defekt“ kommt nicht infrage, da einerseits noch Daten auf der internen Festplatte liegen, andererseits auch ein Abmelden aus dem iCloud-Account nicht möglich ist (stimmt nicht ganz, das ginge evtl. sogar).
Also gut, zumindest die Festplatte muss ausgebaut werden. Und DAS ist ein Anlass für eine hoch interessante Untersuchung:
Zunächst wird die vordere Deckscheibe abgenommen, die bei diesem Modell magnetisch fixiert ist: ich nutze hierfür zwei starke Saugnäpfe.
Nun liegt das Display ungeschützt vor uns und muss auch gelöst werden – zehn oder zwölf Torx-Schrauben sitzen hier neben den Haltemagneten für die Frontscheibe, was beim Zerlegen bestenfalls lästig ist (die gelösten Schrauben kleben an den Magneten und müssen per Pinzette eingesammelt werden) – ein Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge wäre sicher schwieriger.
Das Display ist allerdings mit einigen Kabeln recht eng mit der dahinterliegenden Platine verbunden; manche dieser Kabel lassen sich einfach abstecken.
Die Festplatte ist mittels zweier Torx-Schrauben und eines Metallbügels befestigt und lässt sich relativ einfach ausbauen – es handelt sich um eine Standard-Seagate-HD mit 1 TByte, die schon wenige Minuten später per USB-Adapter an einem anderen Rechner wieder anläuft, um letzte Daten zu sichern und die Platte neu zu formatieren.
Das DVD-Laufwerk ist mit vier Torx-Schrauben befestigt, um diese zu lösen, muss das Display jetzt doch komplett herausgehoben werden – ein breites Flachkabel wird nun also aus seiner Verbindung herausgezogen, ohne dass ich sicher wüsste, wie es ggf wieder zu kontaktieren wäre.
Sobald das Display entfernt ist, liegt das Innere des iMac frei und ich staune, wie durchdacht und letztenendes doch modular / tauschbar diese Gerät aufgebaut waren (bei neueren Modellen scheint das nicht mehr so zu sein, die seien wohl an vielen Stellen unlösbar verbunden / verklebt).
Nachdem der Rechner nie wieder in Betrieb gehen wird, zerlegen wir die Innereien jetzt vollständig. Das Netzteil (welches ich als Schuldigen für den Ausfall vermute) sitzt unter der Hauptplatine und ist also nicht reparaturfreundlich untergebracht; die darauf zahlreich vorhandenen Kondensatoren scheinen auf den ersten Blick unbeschädigt zu sein. Egal.
Interessant sind die Lüfter, die Luftführung im Gehäuse sowie die Soundeinheiten – ich hätte nicht erwartet, hier zwei Zweiwege-Lautsprecher vorzufinden! Das ist natürlich die Erklärung für die hervorragenden Soundeigenschaften dieser Modelle.
Das Design der Hauptplatine samt Flüssigkeitskühlern ist ebenfalls ungewöhnlich; hier gibt es nicht viel zu zerlegen.












Nach wenigen Minuten ist das Gehäuse leergeräumt (und fühlt sich gleich sehr leicht an); was mache ich nun mit den Einzelteilen?
Festplatte und Speichermodule wandern in die Bastelkiste, der Rest wird wohl zum Wertstoffhof gebracht werden. Ob sich aus dem Gehäuse mit der Deckscheibe irgendwas Interessantes machen liesse?



Die Umstellung von Windows auf iMac habe ich vor mittlerweile über 15 Jahren vollzogen und nie bereut – allerdings kommt man an manchen Stellen nicht wirklich um Windows herum, wie ich ja auch auf diesen Seiten an einigen Stellen beschrieben habe.
Was mich gerade an den neueren Windows-Versionen so stört, ist die laufende Bevormundung … es ist schon unübersichtlich, wenn ich aus Office 365 eine EXCEL-Datei nicht auf OneCloud speichern möchte, sondern ein Verzeichnis frei aussuchen will ;-( da kommt mir macOS wesentlich nutzerfreundlicher vor.
Und was ich jetzt mit den Einzelteilen des zerlegten iMac mache? Mal sehen, vielleicht ja wirklich über eBay verticken.
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Falls jemand Interesse hat: es handelt sich um einen Apple iMac 27″ mid-2011 (https://support.apple.com/kb/SP689?locale=de_DE), ob der jetzt 2,7 oder 3,1 MHz hatte, kann ich so nicht feststellen. Die Seriennummer liegt vor.
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Hallo Herr Ingenieur!
Das ist wirklich ein Problem, mit den Daten. Aber; normalerweise (aber wie normal ist das wirklich?) interessiert sich kaum jemand für irgendwelche Daten auf irgendwelchen Datenträgern. Glaube ich.
Ich wollte letztens auch defekte (zuvor privat genutzte Handys/Smartphones) verkaufen. Da ging lediglich das Display nicht mehr an. Leider war der Debugging Mode nicht aktiv, und so hat man schlicht keine Chance, per USB auf die Daten zugreifen zu können. Man kann ja nicht mal die PIN eingeben. Ich habe es über ebay aber riskiert. Leider gabs da kaum was für. Aber sonst hätte man es weglegen müssen. Wer legt schon ein kaputtes Smartphone weg?
Ich würde die Einzelteile durchaus bei ebay anbieten. Ich bin mir sehr sicher, dass da gut für geboten wird!
Generell finde ich das übrigens auch nicht so schön, wenn die Geräte – bei Smartphones ist das besonders ätzend – nicht gut zu öffnen sind. Aber gut, „man will das eben nicht, dass da dran rumgebastelt wird“. Es gab doch mal die Anweisung, dass es möglich sein soll, einen Akku tauschen zu können. Interessiert auch offenbar keinen mehr.
Also, danke für diese Infos. Der Mac ist schon ein tolles Gerät. Ich habe mich früher immer mit Windows gequält. Mehrere viele ganz viele Jahre. Jahrzehnte? Möglich. Sicher sogar. Bis ich vor 2 Jahren den Schlussstrich gezogen habe – und auf ChromeOS umgestiegen bin (Chromebook). Man glaubt es nicht. Nach 2 Monaten habe ich ich komplett umgewöhnt. Es fehlt an nichts, und alles funktioniert dermaßen reibungslos, das kann sich kein Windows User vorstellen!
VG, Jürgen B.
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