Mehr Tempo statt Verbote in der Verkehrspolitik

Mehr Tempo statt Verbote in der Verkehrspolitik
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3 Antworten auf “Mehr Tempo statt Verbote in der Verkehrspolitik”

  1. Danke für diesen wirklich intelligenten Artikel! :)) Auch und gerade die Frage der Gentrifizierung anzusprechen, finde ich wichtig. Die Städte wehren sich zum Teil, aber nicht immer mit Erfolg. Auch die unselige Politik der Vergangenheit, sowohl Wohnungen als auch Land zu verkaufen, trägt dazu bei. Die Politiker haben vor Jahren viele Wohnungen verkauft, die sie jetzt auch für ein Vielfaches nur schwer zurück bekommen. Sie haben versäumt, sich rechtzeitig auf diesen weltweiten Trend einzustellen und dem entgegen zu wirken. Allerdings war die wirtschaftliche Lage auch entsprechend.

    Zu den anderen Themen habe ich letztens einiges gefunden. Es scheint also eine breitere Debatte zu geben – wenn auch nicht in den großen Medien. Zum Beispiel Kritik von Bund Naturschutz und Bahn für für Alle an der DB, am massiven Abbau im Schienennetz, Weichen, Gleisanlagen, Ausweichreserven in den letzten 25 Jahren, an Missmanagement und verfehlten Groß-Projekten wie Stuttgart 21, die das Geld verschlingen, das anderswo fehlt. Kritik an der Regierung wegen mangelnder Bereitschaft, in eine zukunftsfähige Bahn-Infrastruktur zu investieren.

    Dennoch, von München nach Berlin oder umgekehrt mit dem Auto würde ich mir nicht antun. Auch wenn der ICE nicht so schnell ist wie der TGV. Es gibt eine komfortable Direkt-Verbindung, ausreichend Platz fürs Gepäck, WLAN. Man steigt mitten in der Stadt ein, wo man leicht mit ÖPNV hin kommt, und kommt mitten in der Stadt an, wo man alle Anschlussmöglichkeiten hat. Das Auto ist kaum schneller und weniger bequem.

    Das Pikante an der LKW-Misere ist, dass der Logistikbranche inzwischen die Fahrer ausgehen! Deshalb fährt man auf dem jeweiligen Betriebs-Gelände zunehmend autonom. 😉

    Eine Zukunfts-Vision mancher Umwelt-Aktivisten jenseits der verblödeten Medien-Debatten sind daher erstklassige Fahrradwege à la Niederlande oder Kopenhagen mit ausreichend Platz und deutlicher Trennung von Kfz, wo auch unbegleitete Kinder sicher sind, kombiniert mit erstklassigem ÖPNV, Apps, die ÖPNV, Carsharing, kommerzielle und private Ridesharing-Angebote, Anruf-Sammel-Taxis und diverse andere Möglichkeiten kombinieren. Dazu den verantwortungsvollen Gebrauch privater Autos – nach Möglichkeit elektrisch.

    Güter auf die Schiene, Verteilung mit Lastenrädern und Zwischentransport zu den ortsnahen Verteilzentren mit Streetscooter und Co. Das ist übrigens auch ein Szenario, das von der Logistikbranche bereits erprobt wird. Im Moment hapert es beim Thema Güter auf die Schiene oft an den Kapazitäten. Wenn da die Hersteller Druck machen, bewegt sich vielleicht was.

    Pedelecs, S-Pedelecs und Lastenräder als attraktive Alternative für Nahpendler auf gut ausgebauten Fahrrad-Schnellstraßen. Kostet letztlich weniger als weitere Investitionen in noch mehr Straßen. – Straßen-Ausbau macht dort Sinn, wo es von der Unfall-Statistik her dringend geboten erscheint.

    Ich habe anfangs mit dem Wahlkampf-Versprechen der Grünen, einer bundesweit einheitlichen Mobilitäts-App, wo alle Mobilitäts-Angebote übersichtlich gebündelt sind, wenig anfangen können. Inzwischen weiß ich, dass es schon jetzt eine große Auswahl an Angeboten gibt, die viele gar nicht kennen. Wenn man das vereinfacht, eine Übersicht ermöglicht und im nächsten Schritt gezielt Nützliches fördert, Fehlendes ergänzt, hat man mit begrenztem Aufwand einen erheblichen Zuwachs an Mobilität.

    Es gibt bereits Landgemeinden, die ein paar E-Autos gemeinsam anschaffen, die dann Gemeindeverwaltung und Bürgern im Carsharing zur Verfügung stehen. Es gibt Gemeinden, die Monatstickets für den Verkehrsverbund anschaffen, dem sie angehören, und an ihe Bürger gegen geringe Gebühr ausleihen. Es gibt private Car- und Ridesharing-Apps, wo Autofahrer Mitfahrgelegenheiten oder gar ihr Auto anbieten in Zeiten, in denen sie es nicht nutzen. Es gibt Gemeinden, die via App Rufbusse anbieten. Auch die Busverbindungen mancher ländlicher Gemeinden in Metropolregionen haben sich verbessert. Das heißt, es tut sich einiges, viel davon von privater, kommunaler oder kommerzieller Seite. Aber kaum jemand hat den Überblick oder kann gar gezielt an Ausbau und Verbesserung arbeiten.

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  2. Soweit alles richtig … aber zum vorletzten Absatz habe ich massive Zweifel. Natürlich wird „Resten“ irgendwie auch anders gehen (müssen), aber Bequemlichkeit und Komfort des eigenen Fahrzeuges sind und bleiben wohl auf längere Zeit unschlagbar.

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  3. Finde das Auto gar nicht so komfortabel. Solange ich im Zug einen Sitz habe, ist das bei weitem vorzuziehen. Aus meiner Sicht. Keine nervtötende Parkplatz-Suche. Keine Notwendigkeit, zum Parkplatz zurück zu kehren. Im ICE habe ich sogar WLAN. Was will ich mehr?

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