Danke – ich hatte es gehofft, dass irgendwann die Vernunft zu Wort kommt. „Der sinnlose Traum von der elektrischen Zukunft“ – Ingolstadt-today

Warum Professor Jörg Wellnitz von THI ganz sicher weiß, dass der Hype um das Elektroauto kaum mehr als ein Alibikrieg ist
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2 Antworten auf “Danke – ich hatte es gehofft, dass irgendwann die Vernunft zu Wort kommt. „Der sinnlose Traum von der elektrischen Zukunft“ – Ingolstadt-today”

  1. Danke für die interessante Meinung. Aber auch hier ist mir einiges zu kurz gesprungen.

    Zwar bin ich von Haus aus ein großer Fan von H2 und Brennstoffzellen. Aber ich halte es dennoch für angebracht, den Batterie-Autos Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und sie nicht mit billigen, halbgaren Argumenten nieder zu machen.

    Zu Batterie-Autos empfehle ich daher den erstklassigen Blog ‚generation strom‘ von Marcus Zacher. Der ist sehr ausführlich, präzise und kompetent. Denn es steckt ein Fachmann dahinter, der auch von den technischen Details eine Menge versteht 😉

    Ob es mir passt oder nicht, in einer Sache hat er mich überzeugt: Der Wirkungsgrad einer heutigen Lithium-Ionen-Batterie liegt bei 90%. Der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren bei maximal 35%.Der Wirkungsgrad einer Brennstoffzelle liegt meines Wissens – wenn man auch hier nur die Verwertung der Energie direkt vor Ort bewertet – dazwischen. Das heißt, die vor Ort vorhandene Energie wird einzig vom Stromer optimal umgesetzt.

    Ein Stromer beschleunigt schneller, fährt sich sportlicher,, verbraucht besonders im Stadt-Verkehr weniger, gewinnt Bremsenergie zurück, kommt mit geringeren Energiemengen weiter.

    Selbst wenn man den Gesamtweg der Energie betrachtet, ist der Stromer im Vorteil. Erdöl wird energieaufwendig gefördert. Begleitgas wird meist umweltbelastend abgefackelt, wenn nicht gar Fracking die Sache noch schädlicher macht. Der Transport ist aufwendig, die Verarbeitung noch mehr. Die Motoren produzieren mindestens 2/3 Wärme und nur maximal 1/3 Bewegung. Dagegen ist selbst der deutsche Strommix klasse. Der Diesel ist hoch subventioniert. Benzin und Diesel profitieren beide von den brutalen Fracking-Methoden der Amerikaner. Sonst wäre der Spaß schon heute nicht mehr bezahlbar.

    H2 durch Elektrolyse herzustellen lohnt sich derzeit nur, wenn man eigene PV-Anlagen oder Windkraft-Anlagen oder Überschussstrom zur Verfügung hat. Oder wenn Mikroben H2 aus Abwasser gewinnen 😉 Entsprechende Projekte existieren bereits.

    Ich persönlich denke, H2 wird sich überall dort durchsetzen, wo Fahrzeuge große Strecken zurücklegen müssen und /oder große Energiemengen brauchen. Also bei Schiffen, Flugzeugen, LKWs, Taxis, Carsharing und Vielfahrern. Für kleine Strecken sind kleine E-Autos, Pedelecs und Roller sinnvoller. Daneben gibt es aber auch die Faszination großer, schneller Batterie-Autos wie Tesla.

    Die Batterien der Verbrennung von Benzin und Diesel gegenüber zu stellen, halte ich für unangemessen. Vergleichen kann man Herstellung, Betrieb und Entsorgung von E-Motor plus Batterie einerseits mit Herstellung, Betrieb und Entsorgung von Verbrennungsmotor, Katalysator, Abgasreinigung,, Auspuff und Getriebe. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Batterie-Antriebsstränge wartungsarm sind und einfach zu bauen.

    Ich glaube nicht, dass heutige Lithium-Ionen-Batterien die Zukunft sind. Aber ich schätze, sie werden eine wesentlich größere Rolle spielen, als ich ursprünglich gedacht habe. Denn es gibt einfach eine große Anzahl an neuen Autobauern, die große Mengen an Fahrzeugen auf den Markt bringen.

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  2. Zu Batterien: Lithium-Ionen-Batterien sind eine Klasse von Batterien mit einer gemeinsamen Technologie. Die verwendeten Stoffe variieren. Nur Lithium und Grafit sind derzeit obligatorisch. Alles andere hängt ab von der gewünschten Performance
    .
    Wie die Lithium-Gewinnung in China und den USA aussieht, weiß ich nicht. Aber zu Chile und Argentinien gibt es Berichte (Brot für die Welt ‚Das weiße Gold‘). Das Problem ist die Entwässerung eines empfindlichen Öko-Systems mit extrem geringen Niederschlag und die Verbreitung von Abfallsalz über die gesamte Umgebung. Alternative Produktionsverfahren, so heißt es, würden existieren.

    Derzeit entwickeln deutsche Unternehmen eine Produktion in Bolivien. Es wäre also sinnvoll, das zu thematisieren, dass dort ein schonenderes Verfahren eingesetzt wird.

    Kobalt wird häufig verwendet. Man versucht aber, auf andere Elemente auszuweichen. Kobalt kommt nicht ausschließlich aus dem Kongo, wird dort nicht überwiegend von Kindern gewonnen. Aber es gibt Kinderarbeit und die weitere Produktion ist aufwendig und Umwelt-belastend. Es gibt Bemühungen, die Herkunft zu zertifizieren und die Bedingungen zu verbessern. Allerdings kommt Kobalt nicht nur bei der Produktion von Batterien vor, sondern auch bei der Produktion von korosionsfestem Metall und anderen alltäglichen Produkten.

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