Geplante Obsoleszenz – und wie man sich wehren kann

Regelmäßige Leser meiner Beiträge ahnen es … ich liebe es, mich mit älterer Technik zu beschäftigen und diese produktiv nutzbar zu halten.

Bei Autos hat das ja viel mit Mechanik zu tun, wobei hier ab Mitte der 90er Jahre auch immer mehr Elektronik dazukommt. Und Elektronik hat dummerweise viel kürzere Produktzyklen als Mechanik.

Richtig fies wird es aber im EDV-Bereich, wenn der Hardwarehersteller beschliesst, dass man seine teuer gekaufte Hardware doch bitte nicht mehr benutzen solle, sondern lieber auf ein neues Gerät umzusteigen habe. Klar: Supportfristen müssen irgendwann enden, schon aus wirtschaftlichen Überlegungen. Aber das muss dem Kunden nicht jedesmal gefallen.

So ist das auch bei mir: ich habe ein Apple MacBook pro aus 2017, das damals „richtig teuer“ war und mir lange treue Dienste geleistet hat. Mittlerweile kam fürs Tagesgeschäft ein modernerer Mac mini dazu, aber das wäre kein Grund, das immer noch gut funktionierende MacBook auszumustern.

Das letzte offiziell unterstützte macOS für mein MacBook ist macOS Ventura 13.7.8, veröffentlicht am 20.08.2025 … und damit läuft das Gerät auch ganz ordentlich, auch wenn es wohl keine Security Updates mehr geben wird.

Aber, ach! Mein „Office 365“-Abo bei Microsoft sieht das anders: Microsoft ist der Auffassung, mein MacBook sei zu alt, um mit Word und insbesondere Excel umgehen zu können: unter den „Systemanforderungen“ schreiben die Amerikaner ganz frech „Eine der drei neuesten Versionen von macOS. Wenn eine neue Version von macOS veröffentlicht wird, wird die macOS-Anforderung zu einer der drei aktuellen Versionen: die neue Version von macOS und die vorherigen beiden Versionen.“

Damit war mein macOS Ventura mit dem Erscheinen von macOS Tahoe (26) schlagartig aus der Liste herausgefallen (denn nun gelten nurmehr Sequoia (15) und Sonoma (14) als zulässig).

Welch eine Sauerei! Microsoft bietet offiziell keine Möglichkeit, bei bestehendem Abo eine ältere Vorversion der Programme zu installieren.

Bild wurde mit GROK erstellt

Was also tun? Ein neues MacBook neo kaufen? Wäre ja nett, aber eine teure Lösung. Umsteigen auf Open Office oder ähnliche? Keine wirkliche Option, denn ich arbeite mit recht speziellen Excel-Sheets, deren Funktion unter OpenOffice / LibreOffice leider nicht gegeben ist.des erforderlichen

Also suche ich nach einer Möglichkeit, den alten Rechner noch etwas länger mit moderner Software zu betreiben und finde auch bald einen passablen Weg. Der „Open-Core Legacy Patcher“ ist frei verfügbar und ermöglicht es, auch neuere macOS-Varianten auf meinem MacBook mit Intel-Prozessor zu installieren; derzeit geht das immerhin bis macOS Sequoia (15). Natürlich werden künftige macOS-Versionen nurmehr auf Apple Silicon lauffähig sein und dann wird es sicher Zeit, sich andere Hardware anzuschaffen – aber bis dahin versuche ich das doch einfach mal.

Auf „zeroseven.de“ findet sich eine knappe, aber recht klare Beschreibung der erforderlichen Vorgehensweise: vom Download des Legacy Patches über die Vorbereitung des erforderlichen USB-Bootsticks bis hin zum Upgrade des Rechners.

Und was soll ich sagen? Klappt auf Anhieb.

Der Zeitaufwand liegt im Bereich „unter zwei Stunden“ inklusive einiger Neustarts. Und nun lässt sich auch das „Office 365“-Paket wieder aufspielen und nutzen.

Tja. Apple hat sicher gute Gründe, Sonoma, Seqoia und Tahoe nicht mehr für ältere Rechner freizugeben, aber dass Microsoft als „Unbeteiligter“ dem zahlenden Kunden so den Zugriff auf seine Software verunmöglicht, hat schon eine besondere Qualität. Immerhin ist der Walkaround nicht sehr schwierig – aber das müsste ja nicht sein.

Schade, dass man am Microsoft-Markstandard derzeit einfach nicht vorbeikommt.

Hinweis: natürlich ist der beschriebene Weg nur auf eigenes Risiko nutzbar und wird für produktive / geschäftskritische Anwendungen ausdrücklich NICHT empfohlen … 😇

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