Das „Taxi-Projekt“…

Und ich habe es wieder getan.

In den Kleinanzeigen ein Auto gesehen, hingefahren, gekauft, gezweifelt, und doch angefangen … was ist es denn diesesmal?

Surprise: es ist ein Benz.

  • Mercedes-Benz 400E (124.034)
  • Baudatum April 1993
  • Erstzulassung in der Schweiz 10.05.1993, 2001 in zweite Hand verkauft, 2024 an einen Zwischenhändler nach Deutschland exportiert, von diesem erworben und mit H-Kennzeichen zugelassen
  • V8, 4196 ccm, 205 kW / 5700 rpm
  • Außenfarbe „almandinrot“ 512, Innenausstattung Leder beige 265.
    In dieser Kombination sind nur ≈ 91 Fahrzeuge (von insgesamt 22.739 W124.034) gebaut worden, das sind 0,4% – also recht selten!

Details zur Historie ergänze ich auf der entsprechenden Unterseite.

Was noch instandsetzen ist:

  • Dachhimmel löst sich großflächig
  • Brummgeräusche aus dem Antriebsstrang
  • Steuerkette, Kettenspanner, … das Übliche bei alten V8 …
  • WiWa-Heizung – Thermostat defekt (das kennen wir vom 126…)
  • Buchsen des Schaltgestänges ausgeschlagen
  • Gummimanschetten der Außenspiegel defekt
  • Radlager VL hat Spiel
  • Lenkhebel rechts mit Spiel
  • Motorlauf nicht ganz rund
  • Korrosionsschäden an Schwellern und WHA
  • … und bestimmt noch viel mehr …

… ggf. auch in verlinkten Einzelartikeln.

Schon erledigt:

  • defekter Anschlagpuffer an der Heckklappe rechts entfernt, Loch ausgebohrt, Anschlag ersetzt
  • fehlendes Leuchtmittel im Rückfahrscheinwerfer rechts ergänzt
  • Fussdichtung der Antenne erneuert
  • Lautsprecher im Armaturenbrett ersetzt
  • Radioantenne Teleskop und Dichtung ersetzt
  • B-Säulenverkleidung rechts lose
  • Klappergeräusche Beifahrertür
  • Beleuchtung des Becker-Radios defekt

Chronologie

03.04.2024 – Besichtigung und Kauf
Mit Martin fahre ich relativ spontan nach „Hessisch-Sibirien“, um dort ein interessantes Fahrzeug anzuschauen – einen W124.034 aus Schweizer Auslieferung in almandinrot mit Innenausstattung Leder beige, als „rostfrei“ angepriesen (was natürlich nicht stimmt). Der Wagen ist einer der allerletzten „400E MoPf 1.5″, noch ohne Wasserlack, dafür noch mit dem schöneren „alten“ Kühlergrill und 4-Gang-Automatik.
Eine Probefahrt später sind wir uns trotz einiger Mängel einig, und der Verkäufer bringt den Wagen noch am selben Abend nach Nürnberg – das traf sich für beide Seiten gut, denn er wollte ohnehin ab Nürnberg in den Urlaub fliegen.

09.04.2024 – Restzahlung und Schlüsselübergabe
Martins Nachbar hat für den morgigen Mittwoch einen TÜV-Termin frei, der genutzt werden soll, um das in Deutschland noch nie zugelassene „Rentner-Taxi“ der H-Abnahme zu unterziehen.

10.04.2024 – H-Abnahme, Radiocode
Erstaunlicherweise hat die H-Abnahme auf Anhieb funktioniert, obwohl der Wagen wirklich nicht ganz mängelfrei ist (Korrosion, Spiel am rechten Lenkhebel, …) – na prima. Außerdem konnte mir die DB-Niederlassung Nürnberg innerhalb von 20 Minuten (und sogar kostenfrei – danke dafür!) einen Entsperrcode fürs Radio nennen.

11.04.2024 – Zulassungsstelle, erster Akt
Seit Kauf des Wagens hatte ich versucht, online einen Termin auf der Zulassungsstelle zu vereinbaren – bei korrekter Auswahl des Anliegens „Gebrauchtfahrzeug aus dem Ausland anmelden“ wird aber im Buchungssystem weder in näherer noch in fernerer Zukunft ein Termin angeboten.

Also begebe ich mich frühmorgens ohne Termin zum Amt – und scheitere erstmal an der Security … „ohne Terminbuchung kein Zutritt“. Immerhin darf ich nach zwanzig Minuten dann doch eintreten, um erst einmal belehrt zu werden, dass ohne Terminvereinbarung „gar nichts geht“ und das Amt wissentlich vier Wochen hintendran sei (OK, Fachkräftemangel, usw.). Immerhin bekomme ich bei der zunehmend freundlicheren Dame dann eine Zusage für einen „richtigen“ Termin in der kommenden Woche. Meine Papiere wurden schonmal begutachtet und im Vier-Augen-Prinzip geprüft, das sollte alles passen.
Nachdem eine Wunschnummer bereits reserviert ist, lasse ich mir auch gleich die Schilder anfertigen … das spart in der kommenden Woche Zeit.

14.04.2024 – Sound und Modellauto
Der bei der Niederlassung genannte Code fürs Becker-Radio stimmt – prima. Und ich habe offenbar mit dem Auto auch gleich noch sechs CDs miterworben, die sich im festeingebauten Wechsler im Kofferraum befinden … darunter auch eine von Falco.
Bei dem warmen Wetter der letzten Tage hat sich nun der Dachhimmel an weiteren Stellen gesenkt, hier muss rasch etwas unternommen werden.
Bonbon: ich habe mir passend ein schönes Modellauto zugelegt 😉.

Original und Modell

17.04.2024 – Zulassungsstelle, zweiter Akt: wir sind startklar.
Der Termin auf der Zulassungsstelle hat mich zwar mehr Zeit gekostet als vermutet, aber – es ist vollbracht. Mit den fertigen Nummerntafeln zu Martin, dort am Auto gleich noch einen Defekt an den Anschlagpuffern der Heckklappe behoben, dann volltanken und – ab auf die Strasse.
Leider tritt oberhalb von 90 km/h ein ziemlich lästiges Brummen auf. Sind das die aufgezogenen Winterreifen, haben die etwa Sägezahnbildung? Das wäre noch die preiswerte Variante, ansonsten gehts in Richtung Kardanwelle … blöd, das war auf der Probefahrt vor dem Kauf nicht zu bemerken, denn da waren wir nur auf Landstrassen unterwegs.
Was sonst noch war: ich brauche einen Sattler, der den herunterfallenden Innenhimmel ausbaut, instandsetzt und wieder einbaut. Und natürlich hat das Taxi umgehend einen Ladeanschluss für meine bewährten CTEK-Lader erhalten. Der Schlüsseldienst Frank in Erlangen hat mir die zwei fehlenden Hauptschlüssel nachgefertigt, das hat ganze EUR 24,- gekostet.

19.04.2024 – Räderwechsel
Relativ spontan lasse ich die Winterräder demontieren und dafür die mitgelieferten Sommerräder neu auswuchten und aufziehen, in der Hoffnung, dass die Vibrationen bei höheren Tempi damit aufhören. Leider falsch gedacht: mit den Sommerreifen aus 2017 fährt der Benz auch nicht vibrationsärmer. Sehen wir‘s positiv: die Winterreifen sind also nicht defekt. Aber jetzt beginnt die Sucherei nach der Ursache. Ach ja, auch noch festgestellt: das tolle Becker-Radio hat eine defekte Beleuchtung.

Das Schuhwerk wird gewechselt

20.04.2024 – ein bisschen Theorie
Das Brummen aus dem Antriebsstrang scheint mir der Drehfrequenz der Kardanwelle zu entsprechen (bei 60 km/h errechnen sich bei Bereifung 215/55ZR16 und einer langen Differentialuntersetzung von 2,65 im Fahrbetrieb nahezu nicht wahrnehmbare 22,6 Hz, bei 90 km/h schon gut fühlbare 33,9 Hz, bei 120 km/h nervtötende 45,2 Hz) … also werde ich zeitnah die Hardyscheiben, das Mittellager sowie die Kardanwelle selbst einer genaueren Untersuchung unterziehen.
Ein Strassentest bis knapp 225 km/h zeigt, dass das Brummen nicht von Motorlast oder Gangwahl abhängt.

21.04.2024 – Historie
Ich konnte Kontakt mit dem letzten Vorbesitzer in der Schweiz aufnehmen, entsprechend wurde die Historie etwas präziser.

24.04.2024 – Bühne frei!
Anläßlich einer Dienstreise nach Aachen habe ich mir bei Modellgeschäft Hünerbein gleich noch einen roten 124 gekauft (Minichamps, 1:43) und in die Vitrine gepackt … der „große“ 124 kam dafür am Nachmittag bei Martin auf die Hebebühne. Einen offenkundigen Fehler am Antrieb fanden wir nicht: die Hardyscheiben sehen wirklich gut aus, und insgesamt ist der Zustand „von unten“ besser als befürchtet.
Ein Probelauf auf der Bühne schlägt fehl (ASR regelt ab – wie kann man das umgehen? WIS konsultieren …), so dass wir noch einen Test bei verschiedenen Geschwindigkeiten auf der BAB vornehmen. Ja, es muss dringend etwas unternommen werden, die Vibrationen sind nicht akzeptabel. Anfang Mai legen wir los.

27.04.2024 – Antenne
Nach einer etwas längeren Probefahrt kümmere ich mich um die Antenne: der Gummistopfen (Fussdichtung) ist rissig, und es fahren nur noch zwei der vier Segmente aus. Anscheinend war da auch schonmal jemand mit einer Zange dran, darauf lassen die Spuren an den verchromten Röhrchen schließen. Mit „Herausziehen“ ist es nichts, daher flute ich das Teleskop mit Ballistol und appliziere an den noch laufenden Segmenten mein Original Hirschmann Auta Antennenfett. Vielleicht löst das Ballistol ja im Laufe der Zeit die klemmenden Teile?

Zum Tausch der (zweiteiligen!) Fussdichtung muss die Antenne ausgebaut werden, hierfür muss die seitliche Verkleidung des Kofferraumes auch raus … und ich finde staunend eine Zurröse im Gepäckraumboden, mit einem daran befestigten Gummi-Spannband. Wofür …?

Der Zusammenbau ist nicht weiter schwierig. Möglicherweise brauche ich aber eine neue Auta 6000 … oder ich muss das Teleskop ersetzen.

30.04.2024 – Kleinigkeiten
Nachdem eine der alten „Krächzpappen“ im Armaturenbrett mir den Spaß an der Musikanlage verdirbt, baue ich heute Ersatz in Form neuer Lautsprecher ein – das geht tatsächlich „Plug & Play“. Danach beginne ich, den Innenraum zu säubern und schaue mir nochmal an, wie das Radio befestigt ist (das muss ja raus, wenn ich es instandsetzen will). Leider gelingt es mir nicht, das Radio zu bewegen. Trotz vorhandener Becker-Entsperrhaken bewegt es sich kein Stückchen.
Beim Saubermachen finde ich neben dem Beifahrersitz ein iPhone. Wem mag das gehören? Nebenbefund: die Bodenbleche (auch vor dem Fahrersitz) sehen aus wie neu … kein Vergleich zum damaligen Zustand beim Guzzler.

02./03.05.2024 – ein Fehler gefunden, Problem aber noch nicht gelöst
Die Ursache der Vibrationen bei höheren Geschwindigkeiten ist immer noch unklar, daher nehmen wir den Wagen auf die Hebebühne, um Rundlauf und korrekten Zusammenbau der Gelenkwelle zu überprüfen. Hierfür muss die Auspuffanlage sowie einige Hitzeschutzbleche demontiert werden.
Was finden wir?


Tatsächlich ist die Gelenkwelle wohl einmal falsch zusammengebaut worden: die Ausrichtmarken fluchten nicht, sondern sind um rund 30° gegeneinander versetzt. Das wird jetzt korrigiert und alles wieder zusammengebaut, die anschliessende Probefahrt bringt jedoch eine große Enttäuschung – es hat sich nichts verändert. Nun ist guter Rat teuer.

Nach einem abendlichen Brainstorming stellen wir den Benz am nächsten Tag auf eine Scherenhebebühne, um das Verhalten des Antriebsstranges „bei Fahrt“ zu bewerten. Es gelingt uns, trotz aktivem ASR bis ≈ 75 km/h zu beschleunigen, und da zeigt sich etwas Interessantes: die linke Antriebswelle führt ein unerwünschtes Eigenleben, sie bewegt sich um bis zu 2 mm auf und ab sowie quer zum Fahrzeug, diejenige auf der rechten Seite jedoch kaum. Das Zappeln der linken Welle übertragt sich auf den gesamten Aufbau und regt diesen zum Zittern an.
Was also tun? Da muss wohl eine neue Antriebswelle her … die bei DB zwar lieferbar, aber prohibitiv teuer ist.

10./11.05.2024 – a very special car
Bei eBay habe ich eine gebrauchte Antriebswelle desselben Typs gefunden (aus einem 91er 500SL, ca. 130 tkm), diese bauen wir ein – und tatsächlich: die Vibrationen werden schwächer, sind aber leider nicht weg. Entweder, auch die rechte Antriebswelle muss erneuert werden, und/oder auch das gebrauchte Ersatzteil ist nicht in Ordnung.
Kurzentschlossen zerlegen wir die ausgebaute Welle soweit wie mit unseren Mitteln möglich: das äussere Gelenk hat tatsächlich eine deutliche Schwergängigkeit, vielleicht ist das die Quelle der Schwingungen. Ob es für diesen Wellentyp einen Reparatursatz gibt oder ob die Welle zur professionellen Überarbeitung muss, werde ich recherchieren. Die Gummimanschetten waren offenbar schön dicht und bestehen aus sehr robustem Material (mit dem Cutter kaum zu schneiden), innenseitig ist keine Korrosion zu sehen, aber an das eigentliche homokinetische Gelenk kommt man nicht heran – dafür muss das Gehäuse getrennt werden, was unsere Möglichkeiten übersteigt.

Der Wagen hätte übrigens auch einen Öl- und Filterwechsel nötig (der letzte war vor ca. 8.000 km, aber immerhin im Jahr 2016!) – leider ist der passende Filter derzeit nicht lieferbar, so dass mein entsprechender Besuch bei MacOil auf Ende Juni verschoben werden wird.
Ich merke: „a very special car“ – sieht zwar gewöhnlich aus, benötigt aber immer wieder teure Spezialteile…

21.05.2024 – Innenraumkosmetik
Ich nutze die Gelegenheit, einige Arbeiten an Innenraum und Elektrik vorzunehmen. Als erstes wird ein TippBlinkModul eingebaut, genau solch eines nutze ich schon im 107 sowie im 126 und will diesen Komfort nicht mehr missen. Hierfür muss die Mittelkonsole zerlegt werden, und bei dieser Gelegenheit ersetze ich gleich einige defekte Leuchtmittel, auch an der Kulisse des Wählhebels. Sieht gleich besser aus …

Und wenn ich schon dabei bin, baue ich das Radio aus, um es zur Überholung einsenden zu können. Dieses Ding ist tatsächlich doppelt gesichert: Becker-Verriegelung und zusätzliche Schnapphaken, für deren Lösen die Rollobox, das Brett um den Wählhebel sowie der Aschenbecher demontiert werden müssen … was ein Spaß, beim Einbau dann auch wieder!

Einige USB-Anschlüsse sowie den obligatorischen Brodit-Halter füge ich auch noch hinzu.

06.06.2024 – noch mehr Baustellen
Das heutige 107-Schraubertreffen habe ich genutzt und „Obelix“ vom AH Berlacher gebeten, einmal einen Blick auf den Wagen zu werfen. Nach seiner kurzen Probefahrt ist zwar immer noch nicht eindeutig klar, woher die Vibration kommt, aber er diagnostiziert ausgeschlagene vordere und hintere Lagerungen an der Hinterachse (die müssen also gemacht werden und könnten durchaus Einfluss haben) und empfiehlt nochmals einen Check des Spiels im Hinterachsmittelstück. Ausserdem sollte die Bereifung auch gelegentlich erneuert werden (das hatte ich ohnehin auf der Liste). Einfluss der Antriebswellen hält er auch für möglich, aber eher unwahrscheinlich.
Das Becker 1460 Zweiblockgerät ist jetzt komplett demontiert und liegt zur Überholung bereit.
Ach ja – und das Schiebedach funktioniert nicht: die Aufstellfunktion ist OK, aber das normale Öffnen quietscht und kratzt, und das Schliessen klappt nur bei kräftiger händischer Nachhilfe.

19.06.2024 – Ölwechsel und Bruchstücke
Der letzte Ölwechsel am Taxi liegt zwar kilometermässig noch nicht so weit zurück, ist aber schon einige Jahre her. Daher wollte ich schon neulich bei MacOil einen Wechsel vornehmen lassen – und bin grandios gescheitert: MacOil hat den passenden Foltereinsatz nicht am Lager und absehbar auch nicht im Zulauf. Daher hat mir Martin einen Filtereinsatz bei Mercedes bestellt und diesen nehme ich heute mit, um ihn beim Ölwechsel einsetzen zu lassen. Als „Gutschrift“ erhalte ich einen Gutschein für eine Autowäsche … na gut, machen wir.

Immerhin 8,6 Liter Shell HX-6 passen in den Motor, das kostet EUR 65,-; für diesen Preis macht man die Sauerei kaum selbst. Leider passiert bei der Kontrolle des Füllstandes ein Missgeschick: der Mechaniker hat auf einmal nur den Griff des Ölpeilstabes in der Hand, da ist das Kunststoff gebrochen. „Der war schon angebrochen“, kommt sofort ein Rechtfertigungsversuch – ich kann dazu nicht viel sagen, aber ich habe den Peilstab selbst schon etliche Male genutzt. Der Mechaniker holt seinen Chef, der zunächst genauso argumentiert („der war eindeutig vorgeschädigt und sogar schonmal geklebt…“) – auf meinen Vorschlag, den Peilstab dann doch einfach erneut zu kleben, gibt er auf und bietet mir schließlich an, die Kosten für eine Ersatzbeschaffung zu übernehmen („aber Rechnung ohne Namen und nur Barverkauf, sonst kann ich Ihnen nur den Nettowert ersetzen!“).

OK, ich fahre also noch zur DB-Niederlassung und bestelle einen Peilstab, der morgen abholbereit sein wird. Fun fact: das Ding hat eine 102-Nummer und wird also im Vierzylinder genauso verwendet. Preis? Immerhin EUR 29,01.

22.06.2024 – Sound und mehr
Der neue Ölpeilstab kam pünktlich und passt … zu dieser Erfahrung habe ich noch einen separaten Beitrag.
Außerdem habe ich die von Hannes Arnold (Radio-Piraten) überholten Komponenten des Audiosystemes wieder eingebaut und hierzu einige Kabel verlegen müssen – nebenbei wurden ein paar Krümel-Glassplitter unter der Rücksitzbank gefunden (der Wagen hatte also wohl mal einen Glasschaden) und auch die abgeschnittene Antennenleitung zum „Stummel“ auf der Heckklappe ist aufgetaucht.
Weiterhin habe ich die Beheizung der Spritzwasserdüsen stillgelegt (aufgrund entsprechend schlechter Erfahrungen der 126-Community – der Wagen wird im Winter ohnehin nicht genutzt werden) und in die Frontscheinwerfer die aus dem 126 ausgebauten Osram NightBreaker Silver eingesteckt. Dabei stellte sich heraus, dass die Frontscheinwerfer Leuchtmittel unterschiedlicher Hersteller verbaut hatten; vielleicht war das der Grund für die sporadisch aufleuchtende Lampenkontrolle?

05.07.2024 – Sound und Antenne
Die vertauschten Kanäle der Bluetooth-Anbindung habe ich mit einem Crosslink-Adapter richtiggestellt, und die Antenne hat ein neues Teleskop bekommen – siehe Beitrag.

10.07.2024 – es werde Licht!
Wie beim W126 schon ausprobiert, bekommt auch das Taxi jetzt LED-Licht in die Frontscheinwerfer. Allerdings nicht von Osram, sondern von Philips. Übrigens: die sporadisch aufflackernde Lampenkontrolle hängt wahrscheinlich nicht mit den Hauptscheinwerfern zusammen, möglicherweise muss ich doch systematisch einmal die Standlicht- und Rücklichtbirnen erneuern.

19.08.2024 – das wäre ein schönes Langstreckenfahrzeug, …
… wenn das Gebrumme aus dem Antriebsstrang doch endlich beseitigt wäre.
Mittlerweile wurde das Taxi auch über einige längere Strecken bewegt … erstaunlich ereignislos, was ja an und für sich ein gutes Ergebnis ist.
Insgesamt zweimal musste ich Zündaussetzer feststellen – immer nach einigen Minuten Fahrt bei lauwarmem Motor und schwacher Last; möglicherweise sind diese indirekt auf eine teilweise verlegte Kurbelgehäuseentlüftung zurückzuführen. Allerdings führten die Aussetzer (anders als beim Vorbesitzer) nicht zum Liegenbleiben, sondern nur zu unrundem Motorlauf und schlechter Lastannahme.
Die Philips-LED lassen nach wie vor die Lampenkontrolle aufleuchten; es muss an den LED-Brennern liegen, denn bei „Standlicht“ erscheint die Warnung noch nicht. Auch hatte ich einen sporadischen Ausfall des rechten LED-Brenners, bei dem unklar blieb, ob es an der LED, den Steckverbindern oder gar dem Lichtschalter liegt … nach einem Wechsel der Brenner R <–> L ist das Problem erstmal weg.
Eine mehrtägige Ausfahrt nach Österreich hat der Wagen mit Bravour absolviert, der Durchschnittsverbrauch hierbei lag bei 11,1 l/100 km.
Das einzig auffällige Ereignis hierbei: irgendein Tier (Katze? Marder?) hielt es in zwei aufeinanderfolgenden Nächten für geboten, sein Kothäufchen genau auf den Antennenstummel auf der Heckklappe zu platzieren.

Musste das wirklich sein?

27.08.2024 – LKG getauscht, Merkwürdigkeiten festgestellt
Aufgrund eines Hinweises aus dem Motor-Talk-Forum (ja, ich weiss …) habe ich mir bei eBay ein gebrauchtes Lampenkontrollgerät 126 542 03 32 des Fabrikates „SWF“ bestellt. Die Sendung kam aus Albanien, war sehr schön verpackt und kostete zusätzlich zum nicht billigen Versand auch noch gute 8 EUR Zoll.


Beim Einbau stellte ich nun fest:
– vorhanden war ein nummerngleiches LKG, allerdings von „Hella“ (was lt. Forum nicht für LED geeignet sei)
– die Sicherungsbox war offensichtlich schon mal ausgebaut gewesen, und noch viel interessanter: die fürs Gebläse zuständige Sicherung 12 fehlt komplett bis auf einen verschmorten kleinen Rest


Der Einbau des LKG (im linken Bild oben rechts zu sehen) nach WIS 54-6075 ist nichts, was ich nachts oder unter Zeitdruck machen möchte: kein Platz, schlechte Zugänglichkeit, aber das war dann doch nach ein paar Minuten erledigt.
Teilerfolg: die LKG-Warnung bleibt jetzt bei Lichthupe und Fernlicht aus, aber bei Abblendlicht leuchtet sie nach wie vor. Mist. Ausserdem hat der Wagen Streuscheiben, die eine andere E-Nummer tragen als die im Gutachten der Philips-Brenner genannten. Lasse ich das jetzt so?
Der Sicherungskasten gefällt mir gar nicht. Einige Sicherungen sehen schon recht gealtert aus, sind bräunlich angelaufen und leicht verformt – also ersetze ich die vier schlechtesten gegen welche aus meinem „Limora“-Sortiment; das kann ja nicht schaden.

Ob die Merkwürdigkeiten im Sicherungskasten mit dem geschilderten Brandfall aus dem Jahr 2004 zusammenhängen?
Haben die Schweizer ein damals knapp über 10 Jahre altes Auto recht pragmatisch wieder zusammengebastelt und kurzerhand eine andere Sicherung (welche denn??) verwendet?
Immerhin sind im Kasten einige Plätze belegt, die in der Legende nicht genannt sind, und das Gebläse funktioniert auch einwandfrei.

Dann schaue ich mir noch die Kurbelgehäuseentlüftung an, da ich vermute, dass diese etwas mit den Zündaussetzern zu tun haben könnte. Hierfür muss der Luftfilterkasten geöffnet werden (da fehlt übrigens einer der Verschlüsse A 000 094 37 55), die Filtereinsätze schauen noch recht gut aus. Die darunterlegenden Leitungen sind aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die mit Pfeilen markiert sind. Trotz aller Mühen gelingt es mir nicht, diese Steckverbindungen zu trennen – stattdessen bricht mir einer dieser alten Schläuche. Okay, Notreparatur mittels Band – es muss also mittelfristig Ersatz her. Aber der eigentlich zu prüfende Verteiler mit Drosselbohrung scheint frei zu sein, denn weder Über- noch Unterdruck bleiben auf dem Leitungsstück erhalten. Vielleicht müssen dann doch mal die Simmerringe zwischen Nockenwellen und Zündverteilern erneuert werden …

November 2024 – ein Update
Jetzt gab’s eine lange Pause … wir waren etwas länger im (außereuropäischen) Urlaub, währenddessen stand der Wagen in einer Werkstatt, wo einige Verschleißteile getauscht wurden: Bremsklötze und Bremsschläuche vorne wie hinten, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel.
Das Schiebedach funktioniert eigenartigerweise sogar wieder anstandslos; der Betätigungsschalter wurde gegen ein besser erhaltenes Gebrauchtteil ausgewechselt.
Die gerissene Kurbelgehäuseentlüftung wurde auch provisorisch (mit einem innenliegenden PA-Rohr) abgedichtet, denn offenbar reagiert der M119 sehr empfindlich auf Undichtigkeiten … der Wagen war kaum rangierbar, weil die Motordrehzahl bei warmer Maschine im Stand zwischen 500 und 1200 rpm hin- und herschwankte.
Die Zündverteilerkappen waren innen feucht / verschmutzt, allerdings nicht mit Öl – d.h., dass die Simmerringe des Antriebes wohl i.O. sind. Das Thema „Zündaussetzer“ ist bei diesen M119 anscheinend chronisch.
Achso, und ein neues Problem ist auch da („ohne“ wär’s ja zu einfach): beim Bremsen gibts Geräusche, die daher rühren, dass der Bremssattel VR am innen angeklebten Gegengewicht der Felge anstreift. Auf diese Felgen gehören eigentlich Klemmgewichte, und mit den frischen Belägen steht der Sattel etwas weiter heraus. Wird wohl beim kommenden Reifentausch im Frühjahr 2025 erledigt…

Januar 2025 – Zündaussetzer. Eine Abhilfe?
Die Zündaussetzer nerven – letzthin wäre ich tatsächlich fast liegengeblieben; an einer Ampel nicht weit entfernt vom Abstellplatz war eine Weiterfahrt fast unmöglich. Und ein paar Tage später lief das Auto erst wieder nahezu perfekt, um dann nach einer halbstündigen Pause nahezu unfahrbar zu werden.
Ich verstehe jetzt absolut, warum der langjährige Vorbesitzer in der Schweiz den Spaß am Wagen verloren und sich daher von diesem getrennt hat. Aber möglicherweise gibt es eine Abhilfe?
Wir werden sehen.