Gadgetalarm – BT-In-Ears mit aktiver Geräuschunterdrückung

Erste Veröffentlichung: 16.06.2020

In meiner Jugend gab es keine schnurlosen Kopfhörer, und „In-Ear“-Kopfhörer hiessen damals noch „Ohrhörer“ und waren meistens mono – ja, ich bin alt. Damals war ein Sennheiser HD 430 ein hochklassiges Gerät, und wenn man den ein paar Stunden intensiv genutzt hatte, wusste man, was „ein Satz heisse Ohren“ ist.

Diese Zeiten sind vorbei. Heute kommt jedes billige Telefon mit Stereo-In-Ears, die meist auch sehr passablen Klang bieten und auch zum Telefonieren gut geeignet sind. Die Schnur stört aber immer noch, deshalb bin ich nach einigen Versuchen mit billigeren Teilen irgendwann vor drei Jahren zu einem Beats X gewechselt (dazu hatte ich seinerzeit bei Amazon auch eine kurze Rezension verfasst).

Der Beats X hat zwei große Vorteile:

  • kein störendes Anschlußkabel
  • die „Ohrknöpfe“ sind so schlank, dass man auch auf der Seite liegend noch bequem Musik hören kann

Nachteile hat er aber auch:

  • nicht ganz billig (okay, mittlerweile hat sich der Strassenpreis halbiert, und damit ist’s OK)
  • keine aktive Geräuschunterdrückung

Also, dachte ich mir … das geht doch noch besser. Die Apple AirPods pro sind derzeit anerkanntermaßen das Maß aller Dinge – aber eben auch nicht gerade günstig, und – wie man liest – auch nicht sehr haltbar. Und ob die auch taugen, um seitlich liegend bequem zuzuhören …? War mir für den Versuch zu teuer.

Zufällig fand sich dann im Februar 2020 bei Indiegogo ein Projekt, was ziemlich stark wie ein Nachbau der AirPods herüberkam – aber auch in schwarz erhältlich, und mit einer angeblich noch besseren Außengeräuschkompensation versehen. Gerade dieses Feature ist mir wichtig, denn ich muss manchmal lautstarke Kollegen im Großraumbüro ertragen, die ich deswegen leider nicht erschlagen darf. Im Büro liege ich jedoch üblicherweise nicht bequem auf der Seite, deswegen stört mich eine im Vergleich zum Beats X etwas größere Bauform der Schallwandler nicht.

Die Silikonaufsätze auf den Ohrsteckern kannte und schätzte ich auch schon vom Beats X, und so sehr teuer war das Angebot auch nicht – also habe ich für $99 einen Satz der „NuFlo Soundproof ANC Wireless Earbuds“ geordert.

Mit acht Wochen Verspätung (vermutlich „Corona“-bedingt; immerhin hat der Lieferant aber regelmäßig über den Status informiert) kamen die auch heute schon an.

Nach dem Auspacken war leider erstmal eine Dreiviertelstunde Aufladen angesagt, denn die Dinger kamen wirklich leer an.

Die zwischenzeitlich zu lesende Anleitung informiert übrigens knapp, aber ausreichend über die korrekte Handhabung (es lassen sich auch beide Hörer separat mit jeweils einem anderen Gerät koppeln!), und – ganz positiv – es liegen ausreichend viele Silikonadapter in vier unterschiedlichen Größen bei.

Ein erster Funktionstest verlief sehr positiv: gerade beim Telefonieren ist das „Eigenecho“ wesentlich geringer als bei den ansonsten wirklich guten Beats X. Die Qualität der Musikwiedergabe ist ebenfalls gut, die Wirksamkeit der aktiven Geräuschunterdrückung werde ich noch ausgiebiger untersuchen und bewerten.

Einziges Manko: eine Lautstärkeregelung am In-Ear ist nicht möglich – das geht nur über den Griff an die Musikquelle.

Über Akkulaufzeit, Geräuschunterdrückung und „geschmeidige Nutzung“ folgt ein Update zu gegebener Zeit.

[Update, 17.06.2020]
Der erste Nutzungstag verlief mit durchwachsenen Ergebnissen. Die Silikonstöpsel habe ich nochmals variiert und ein etwas kleineres Set gewählt, welches vielleicht nach längerer Tragezeit noch angenehmer bleibt. Die Sprachwiedergabe bei Telefonaten ist tatsächlich gut, mindestens der Wiedergabe der Beats X ebenbürtig, und auch die körperschallinduzierten Eigengeräusche beim Laufen fallen im Vergleich geringer aus (möglicherweise durch den Wegfall des Nackenkabels begünstigt).
Was mir jedoch gar nicht behagt: sporadisch auftretende Tonaussetzer jeweils eines Kanals (rechts oder links), die aber nach längsten wenigen Sekunden wieder verschwinden. Dies geschieht unabhängig von der Musikquelle, passiert an einem Windows-Notebook ebenso wie an mehreren iPhones. Diese Dropouts stören den Musikgenuß gewaltig und führen einstweilen zur Abstufung.
[/update]

Letzte Änderung: 17.06.2020

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